Voll verzuckert // Filmtipp

Joghurt und Müsliriegel sind beliebte kleine Zwischenmahlzeiten und Müsli ein bevorzugtes Frühstück. Alle drei Nahrungsmittel gelten als gesund. Solange es keine Süßigkeiten wie Schokolade, Pralinen oder Bonbons sind, glauben wir, dass wir mit dieser Ernährungsweise auf der gesunden Seite stehen. Weit gefehlt, denn ein australischer Dokumentarfilm öffnet uns jetzt die Augen. Der australische Schauspieler und Filmemacher Damon Gameau wagte einen Selbstversuch. Er hat 60 Tage lang nicht etwa Limonade, Eiscreme oder Schokolade zu sich genommen, sondern diese als gesund bezeichneten Lebensmittel: fettarmer Joghurt, Müsli, Fruchtriegel, Säfte oder Smoothies.

 

VOLL_VERZUCKERT___THAT_SUGAR_FILM_Szenenbilder_08.

Gesunde Lebensmittel? Nach dem Film, weiß man mehr!

Damit hat er sich 60 Tage lang das Äquivalent von 40 Teelöffel Zucker täglich zugeführt – unglaublich aber wahr. Dabei hatte er allerdings den Vorteil, von Wissenschaftlern und Ernährungsberatern begleitet zu werden, die ein wachsames Auge auf seinen Körper und seine Körperfunktionen warfen.

DIE REGELN DES EXPERIMENTS

• 40 Teelöffel Zucker täglich konsumieren

• Es muss sich um versteckte Zucker in „gesunden“ Lebensmitteln handeln, so wie z.B. in Frühstückszerealien, Müsliriegeln oder Fruchtsäften enthalten

• Keine Softdrinks, Eiscreme oder Schokolade

• Die Zucker müssen aus Saccharose oder Fructose bestehen, ob künstlich hinzugefügt oder natürlich enthalten. Kohlenhydrate, die im Körper zu einem Zuckertyp verarbeitet werden (z.B. Brot), werden jedoch nicht gezählt

• Fettarme Nahrungsmittel sind stets zu bevorzugen

Ein körperliches Training wird während der ganzen Zeit beibehalten

Während seines Experiments reiste Damon Gameau zudem durch die süße, weite Welt des Zuckers und schaute der Lebensmittelindustrie auf die Finger, besuchte Fachleute, Ärzte, Wissenschaftler und nicht zuletzt Zucker-Geschädigte. Er erfährt dabei, dass nach dem „Süßen Glückspunkt“ geforscht wurde: das Ziel einen Geschmack zu finden, der nicht zu süß ist, aber den Konsumenten dazu bringt, immer wieder nach mehr davon zu gieren.

VOLL_VERZUCKERT___THAT_SUGAR_FILM_07

Damon Gameau im Selbstversuch. Der Dokumentarfilm ist trotz des ernsten Hintergrunds sehr unterhaltsam und teilweise auch witzig gemacht.

Der Film endet mit einer schockierenden Gewissheit: Eine Zuckerkalorie muss anders bewertet werden als andere Kalorien, denn Zuckerkalorien sind wirksamer. Die Ernährungsweise aus Nahrungsmitteln, die gemeinhin als gesund erachtet werden, hat nach drei Wochen eine Fettleber bei Damon Garneau entwickelt und nach 60 Tagen Diabetes Typ 2 im Frühstadium. Zudem war sein Herz stark Infarkt-gefährdet. Obwohl die Kalorienzahl derjenigen vor dem Experiment entsprach, hatte er 8,5 Kilogramm an Gewicht und 11 Zentimeter an Bauchumfang hinzugewonnen. Auch psychisch und mental veränderte sich Damon.
Der Film gibt ausserdem hilfreiche Experten-Ratschläge, wie der eigene Zuckerkonsum reduziert werden kann.

Jeder gesundheitsbewusste Mensch sollte sich diesen sehr unterhaltsam gemachten Dokumentarfilm ansehen. Er ist sehr informativ, zeigt die medizinischen, gesellschaftlichen und sozioökonomischen Konsequenzen einer solchen Fehlernährung auf, ist trotz des ernsten Hintergrunds oftmals witzig und kommt ohne pädagogisch erhobenen Zeigefinger aus. Seit ich den Film gesehen habe, schaue ich mir Nährwert- und Zutatenangaben auf den Nahrungsmittelverpackungen noch genauer an.

Ein Film von Damon Gameau (Regie & Drehbuch)

Ab 29. Oktober im Kino

ALLES ÜBER ZUCKER

Text mit freundlicher Genehmigung von Foodlinx.de; ©2015. Foodlinx GmbH. Autorin: Nadja Polzin
Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten für unseren Körper, sie sind aber keinesfalls die einzigen Energielieferanten und sie sind auch nicht essentiell. Das spricht sich bei immer mehr Menschen herum. Zum Glück denn Kohlenhydrate sind ein wesentlicher Grund für das immer größer werdende Problem der Fettleibigkeit.

Chemisch betrachtet sind alle Kohlenhydrate Zucker, die in unterschiedlich komplexen Verbindungen in unserer Nahrung vorkommen. Ein anderer Begriff für Kohlenhydrate ist Saccharin – das klingt schon wie Zucker, oder?

Es gibt fünf Hauptkategorien für die wichtigsten Kohlenhydrate. Drei davon kommen in vielen Lebensmitteln, die wir täglich essen, vor.

Wir unterscheiden:

Einfachzucker (Monosaccharide)
• Glukose/Dextrose (=Traubenzucker)
• Fruktose (=Fruchtzucker)
• Galaktose (=Schleimzucker, z.B. in Muttermilch)

Zweifachzucker (Disaccharide = 2 verbundene Einfachzucker)
• Saccharose (Rohrzucker, Rübenzucker)
• Laktose (Milchzucker)
• Maltose (Malzsirup)

Mehrfachzucker (Polysaccharide = mehrere verbundene Einfachzucker)
• Stärke (Kartoffeln, Getreide)
• Zellulose aus Pflanzen (Ballaststoff)
• Glykogen (Kohlenhydratspeicher in Leber und Muskulatur)

Es ist vollkommen unerheblich, wie komplex die Zuckerverbindung ist – einfach, zweifach oder mehrfach – über die Darmschleimhaut wird nur Einfachzucker (Glucose) direkt in den Blutkreislauf aufgenommen. Esse ich also ein Stück Traubenzucker – ein Einfachzucker -, ist keine enzymatische Zerlegung im Dünndarm nötig. Der Zucker geht sehr schnell ins Blut, mein Blutzuckerspiegel schießt sofort in die Höhe.

Die Verbindungen der Zweifach- und Mehrfachzucker hingegen, werden im Dünndarm zu Einfachzucker aufgespalten, da wir ja nur sie zur Energiegewinnung nutzen können. Je komplexer die Zuckerverbindung ist, desto länger dauert der Prozess. Das heißt, die einzelnen Zuckerbausteine werden nach und nach ins Blut abgegeben, der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an und wir sind länger satt.

Deshalb rät man gemeinhin zu stärkehaltigen Lebensmitteln, wie Vollkorngetreide oder Kartoffeln, weil wir länger brauchen um die Glucose ins Blut und dann mit Hilfe von Insulin in die Zellen zu transportieren. Es ändert aber nichts daran, dass Zucker ins Blut fließt und Insulin produziert werden muss, um den Zucker aus dem Blutkreislauf weiter zu transportieren. Und hier liegt das Hauptproblem: denn nur durch Insulin können überschüssige Fette und Kohlenhydrate, in den Fettzellen eingelagert werden. Mit allen Folgen, die das für unsere Figur und unsere Gesundheit hat.

ALLES OHNE ZUCKER: BANANEN – KOKOSEIS MIT MELONENSALAT VON TIM MÄLZER

„‘Voll verzuckert‘ ist erschreckend und aufschlussreich zugleich. Ich kann jedem nur empfehlen, sich den Film anzuschauen.“ Tim Mälzer

Bananen-Kokoseis

600g Bananen
100ml Kokosmilch (naturbelassen/ ungesüßt )
3 EL Honig (nach persönlichen Bedarf, kann auch weg gelassen werden)
Buttermilch
1 Limone

Die Limone entsaften.
600g Bananen in dünne Scheiben schneiden und einzeln für 6-7 Stunden einfrieren.
Die Kokosmilch mit dem Limonensaft verrühren und alles in Eiswürfelbehälter einfüllen und für 6-7 Stunden einfrieren.
Die gefrorenen Würfel etwas antauen lassen und mit den Bananenscheiben in eine Küchenmaschine geben, den Honig und die Buttermilch zugeben und pürieren, bis eine homogene Eismasse entsteht (Alternativ gefrorene Beerenfrüchte oder Mangowürfel).

Melonensalat

1 kernlose, fein geschälte Cantaloupe Melone
1 Limone
5 Basilikumblätter
50 g geröstete Pinienkerne
100 g Kokosraspeln

Die Cantaloupe Melone schälen und das Fruchtfleisch in 1×1 cm große Würfel schneiden.
Saft und Abrieb der Limone über die Cantaloupe Melone träufeln.
5 Basilikumblätter in feine Streifen schneiden und unter die Cantaloupe Melone mischen.
50 g geröstete Pinienkerne unter die Cantaloupe Melone mischen.
100 g Kokosraspeln in einer Pfanne anrösten.

Den Melonensalat auf dem Teller anrichten, das Bananen-Kokoseis zu einer Kugel abstechen und auf dem Melonensalat anrichten.
Die gerösteten Koksraspeln zum Schluss darüber streuen.

Guten Appetit!

Mehr Rezepte : http://thatsugarfilm.com/recipes/

Bei Gräfe und Unzer ist das gleichnamige Buch erschienen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.