Von schmückenden Zähnen – Zahnersatz und Zahnimplantaten

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Die ersten Milchzähne sind da und schon gerät das Zähneputzen bei den Kleinsten in den Fokus. Zahnersatz und Zahnimplantate können in diesem Alter noch vernachlässigt werden. Dagegen bewährt sich die zwar etwas angestaubte, aber immer noch pädagogisch gültige Regel „Früh übt sich, wer richtig und nachhaltig seine Zähne putzt.“

Die ersten Milchzähne sollten mit speziellen Babyzahnbürsten mindestens einmal täglich, am besten abends vor dem Schlafen gehen gereinigt werden. Spätestens mit dem Durchbruch der Backenzähne heißt es mindestens zweimal täglich mit einer Kinderzahnbürste und spezieller Kinderzahnpasta  putzen: morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafen gehen.

Da vor allem kleine Kinder noch nicht über die manuelle Geschicklichkeit eines Erwachsenen verfügen, müssen Kinder ihre Zähne nach einer kindgerechten, aber dennoch wirksamen Zahnputzmethode putzen – der KAI-Zahnputztechnik. KAI ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der Zahnflächen und der Reihenfolge, in der sie geputzt werden sollen: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Dabei gilt – geputzt wird von „rot nach weiß“, also vom Zahnfleisch zur Zahnkrone.

children standing on bridge

Mundhygiene – gut fürs Herz

Von der richtigen Mundhygiene profitieren nicht nur unsere Zähne, sondern auch unser Herz. Denn durch eine schlechte Mundhygiene können schädliche Mundbakterien über den Blutfluss in den Körper gelangen und zu Entzündungen führen. Diese erhöhen das Risiko für Vorhofflimmern (unregelmäßiger Herzschlag) und Herzschwäche. Wer hätte gedacht, dass Zahnhygiene und Langlebigkeit zusammengehören.

Zähne haben darüber hinaus auch eine kosmetische Bedeutung

Ein strahlendes Lächeln ist ohne gesunde und gepflegte Zähne nicht zu denken. Archäologische Funde einer prähistorischen Stätte in der Türkei zeigen, dass sie auch anderswo schmücken können. Forscher haben 8.500 Jahre alte menschliche Zähne entdeckt, die als Anhänger einer Halskette oder eines Armbands verwendet worden waren. Erstmalig kann diese Praxis nun dokumentiert werden: Statt Perlen reihen sich menschliche Zähne zu einer Kette aneinander. Die Seltenheit des Fundes lässt vermuten, dass Zähne mit einer tiefen symbolischen Bedeutung für die Menschen, die sie trugen, verbunden waren.

Vielleicht rührt daher der Ausdruck „Zähne wie Perlen“. Und eine zahnärztliche Kunst, da nachzuhelfen, wo die Natur etwas schlampig gearbeitet hat, nennt sich Kieferorthopädie. Sie hat schon so manchem Mann und vielen Frauen zu einem schönen Lächeln verholfen, weil die Zähne, ohne aus der Reihe zu tanzen, nebeneinander im Ober- und Unterkiefer sitzen.

Ein Zahn mehr oder weniger  

Ein prominentes Beispiel ist der Schauspieler Jürgen Vogel – ihm fehlen, so meine Ferndiagnose – die Zweier im Oberkiefer. Das beeinträchtigt jedoch nicht seine Ausstrahlung. Gründe für die in der Fachsprache genannte Hypodontie liegen zumeist in den Genen. Wahrscheinlich hatten auch die Eltern  weniger Zähnen als üblich.  Aber auch überzählige Zähne oder Zahnkeime im Kiefer kommen vor. Diese Hyperodontie wird in der Regel kieferchirurgisch behandelt.

Zahnverlust und Zahnersatz

Doch eine Furcht sitzt tief bei uns Menschen – die Zähne für immer zu verlieren und keinen wirklich guten Ersatz dafür zu bekommen. Das schöne Lächeln ist dahin? Ganz und gar nicht. Es gibt sie ja, die dritten Zähne. Und wie in anderen Wissenschaften der Medizin auch, wurden ebenfalls in der Zahnmedizin große Fortschritte erzielt. Zahnkronen, Brücken und Totalprothesen bei zahnlosem Kiefer gibt es in der Zahnheilkunde und Prothetik immer noch.

Zahnimplantate

Zahnimplantate – der neue Zahnersatz mit vielen Möglichkeiten

Das Thema, das aber einen fundamental neuen Weg beschritten hat, ist die Zahnimplantation. Damit gibt es kaum Probleme beim Essen und Sprechen. Die Frage, ob die Brücke sitzt oder die Prothese haftet, braucht nicht gestellt zu werden.

Re-Implantationen hat es in der Zahnmedizin schon immer gegeben. Zumeist sind es Unfallfolgen, die den Eingriff notwendig machen. Es ist eine Technik, die einen oder mehrere Frontzähne wiedereinsetzt. Voraussetzung ist hier jedoch, dass der Zahn mit der vollständigen, unbeschädigten Wurzel vorhanden ist und möglichst schnell in eine physiologische Kochsalzlösung gelegt und mitsamt dem Patienten zum Zahnarzt gebracht wird. Dann besteht die Hoffnung, dass der wiedereingesetzte Zahn sich mithilfe einer Ligatur wieder in seinem Zahnfach im Oberkiefer fest verbindet.

Zahnimplantate sind zeitgemäß

Dank jahrzehntelanger Forschungen auf diesem Gebiet können Zahnimplantate heute tatsächlich wie die eigenen Zähne wieder fest im Kiefer zu verankert werden. Künstliche Zahnwurzeln machen es möglich. Wir wissen, dass die Zahnwurzeln ein wichtiger Teil des Zahns sind. Versteckt vor unseren Blicken, sitzen sie fest und sicher im Zahnhalteapparat, dem Kieferknochen und Zahnfleisch. Krankheiten wie Parodontose, Karies oder Unfälle machen eine Zahnerhaltung oftmals nicht möglich, so dass Zahnersatz her muss.

Die künstliche Zahnwurzel

Enossale Implantate, so lautet der Fachbegriff der künstlichen Zahnwurzeln, die in den Kiefer eingepflanzt werden. Das Material ist entscheidend, meistens wird hier Titan verwendet. Es hat viele Eigenschaften, die es zu einer hervorragenden Wahl für den Einsatz in Implantaten machen. Seine geringe Dichte, hohe Steifigkeit, sein hohes biomechanisches Festigkeits-Gewichts-Verhältnis und seine Korrosionsbeständigkeit haben zu seiner Verwendung insbesondere bei Zahnimplantaten geführt.

Zahnimplantate ersetzen herausnehmbaren Zahnersatz

Das Gute dabei ist, auch Einzelzähne können ersetzt werden, ohne dass gesunde Nachbarzähne für eine Brücke beschliffen werden müssen. Dank der festsitzenden Wurzeln lassen sich auch größere Zahnlücken überbrücken. Zudem bieten sie verschiedene Versorgungsmöglichkeiten für völlig zahnlose Ober- und Unterkiefer. Zudem wirken die Zahnimplantate sehr natürlich. Gut gemacht, sind sie als Zahnersatz nicht erkennbar.

Doch was passiert, wenn der Kieferknochen zu dünn oder selbst beschädigt ist? Durch hoch entwickelte Operationstechniken können Kieferkämme für Implantate wiederaufgebaut werden. In der Fachsprache wird dies Augmentation und Sinus Lift genannt. Dieses Verfahren ist auch deshalb beliebt, weil es ein jüngeres Gesichtsprofil wiederherstellt.

Wann ist ein Implantat sinnvoll?

  • Bei Ersatz fehlender Einzelzähne mit gesunden Nachbarzähnen
  • Bei einer Prothese, die mit Implantaten stabilisiert wird
  • Bei mehreren fehlenden Zähnen, um festen Zahnersatz zu installieren

Wann ist ein Implantat nicht sinnvoll?

  • Bei Erkrankungen des Kieferknochens und der Schleimhaut
  • Bei mangelhaftem Speichelfluss (Xerostomie)
  • Bei Rauchern: die Statistik besagt, dass Implantate bei Raucher*innen mit einem Risiko behaftet sind, welches bei Eingriffen mit Sinus Lift oder Knochenaufbau noch erhöht ist.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Menschen für Zahnimplantate und reisen dazu ins benachbarte Ungarn. Zahnarzt Budapest ist sehr gefragt bei Touristen*innen. Beides zu verbinden, macht den Urlaub vielleicht etwas aufwändiger, dafür hat man aber am Ende zusätzlich zur gesunden Hautfarbe ein schönes Gebiss.

Wie schon zuvor aufgeführt, sind eine sorgsame Anamnese, Beratung und Aufklärung durch einen Spezialisten oder einer Spezialistin wichtig.

Zahnimplantate auch für alte Menschen?

Zahnärzte sollten bei alten Menschen nicht generell von einer konventionellen Zahnprothese abraten und stattdessen Implantate empfehlen. Auch hier sind gründliche Abklärung und Aufklärung in der Praxis nötig, damit die Patienten beurteilen können, ob ein Implantat mit Blick auf Lebensqualität und Aufwand des Eingriffs für sie die beste Wahl darstellt.

2 Kommentare

  1. Danke für die Infos und Gedanken über Zahnimplantate. Ich mag diese Lösung für Zahnersatz, da es so viele Möglichkeiten gibt. Ich werde mir diesen Artikel für die Zukunft merken.

  2. Das Thema Implantate interessiert mich schon seit Längerem. Ich bin immer auf der Suche nach neuen und interessanten Artikeln und Blogs zu diesem Thema. Es ist super, dass ich diesen Blog gefunden habe. Hier findet man echt viele hilfreiche Informationen.

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