Warum dauern Eco-Programme von Geschirrspülern so lange?

Eco-Programme

Die Sparprogramme (Eco-Programme) von Spülmaschinen
arbeiten bei niedriger Temperatur. So sparen die Verbraucher Geld und entlasten gleichzeitig die Umwelt. Damit bei niedriger Temperatur ein gleich gutes Reinigungs- und Trocknungsergebnis wie bei höheren Temperaturen erzielt wird, muss die Programmdauer verlängert werden.
Dass ein lange laufendes Haushaltsgerät Energie spart, widerspricht zunächst der Verbrauchererwartung.

„Verständlich wird es aber durch den Vergleich mit dem Autofahren“, sagt Dr. Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V.:
„Eine Strecke von 100 Kilometern kann ein Fahrzeug entweder mit 200 Stundenkilometern in 30 Minuten mit hohem Energieaufwand oder aber langsamer mit 100 Stundenkilometern und deutlich geringerem Kraftstoffbedarf zurücklegen. In der sparsamen Variante dauert die Fahrt aber doppelt so lange.“

Beim Geschirrspülen lässt sich viel Energie sparen, wenn möglichst wenig Wasser aufgeheizt werden muss und es nicht so stark erwärmt wird. Daher spülen die Eco-Programme bei niedrigeren Temperaturen, z. B. bei 45 °C statt bei 55 °C, und mit wenig Wasser. Damit nach dem Programmende Geschirr und Besteck sauber und trocken sind, muss die Programmdauer verlängert werden, sodass ein Eco-Programm durchaus drei Stunden oder länger dauern kann. Für das Drehen der Sprüharme und den Betrieb der Pumpe wird übrigens deutlich weniger Energie benötigt als für das Aufheizen des Wassers.

Je nach Gerät liegt der Energiebedarf beim Eco-Programm aktuell um mehr als 40 % niedriger bei einem Kurzprogramm. Wasser benötigen die ECO-Programme laut Ausgabe vom August 2021 der Zeitschrift „test“ bis zu 18 % weniger als Kurzprogramme.

Mindestens einmal im Monat sollte eine beladene Maschine mit einem Programm höherer Temperatur (z. B. 65 °C oder 75 °C) betrieben werden, damit sich in den Bereichen der Spülmaschine, die deren Nutzer nicht sehen, keine Ablagerungen bilden. Die regelmäßige Verwendung von Spülmaschinen-Pflegemitteln hält die Maschine auch an unsichtbaren Stellen ganz besonders sauber.

Tipps:

  1. Wählen Sie wann immer möglich das Eco-Programm. Es reinigt auch hartnäckig verschmutztes Geschirr und spart Energie und Wasser.
  2. Wenn es nachts läuft, stört die lange Spüldauer nicht.

Was steckt dahinter?
Für das Reinigungsergebnis und die Hygiene spielen immer die vier folgenden Faktoren eine Rolle:

  • Chemie (Geschirrspülmittel)
  • Spültemperatur im Reinigungsgang und beim Klarspülen
  • Mechanik (z. B. durch die Sprühstrahlen in Spülmaschinen)
  • Zeit

Beispiel anhand des Waschens:
Wird einer dieser Faktoren verändert, z. B. wenn die Temperatur reduziert wird, dann muss der Anteil von mindestens einem der anderen Faktoren entsprechend erhöht werden, um dieselbe Wasch- oder Reinigungsleistung zu erzielen. Eine Verlängerung des Reinigungsgangs in der
Spülmaschine hilft daher, auch bei geringerer Temperatur und dadurch mit geringerem Energieaufwand ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Jedoch sollten nicht ausschließlich die Eco-Programme genutzt werden. Mindestens einmal pro Monat sollten Spülmaschinen Programme gewählt werden, die mindestens eine Temperatur von 60 Grad Celsius tatsächlich auch erreichen. Dies dient der Hygiene der Geräte und verhindert, dass sich im Inneren Bakterienkolonien, sogenannte Biofilme, ausbreiten oder Fette ablagern.

Quelle: IKW

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