Warum stillende Mütter glücklicher sind

Wir wissen es längst, Stillen ist ein wichtiges Bindungsmittel zwischen Mutter und Kind. Die Muttermilch ist also nicht nur gesund für das Baby, sondern auch gut für die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Nun haben Wissenschaftler der Max-Planck-Forschungsgruppe „Frühe soziale Entwicklung“ herausgefunden, dass noch mehr dahinter steckt:  Das Stillen beeinflusst zudem die Wahrnehmung der stillenden Mütter für Emotionen.  Sie erkennen Freude oder Glück schneller als andere Mütter. Im Umkehrschluss sind sie weniger empfänglich für negative Eindrücke.

Dies zeigt sich insbesondere, je länger die Mütter stillen. Die Forscher nutzten emotionale Tests, indem sie über Bildschirme Farbfotografien von zwölf Schauspielern präsentierten, die Emotionen wie Ärger, Freude, Angst, Traurigkeit oder Ekel auf den Gesichtern zeigten, diese änderten sich innerhalb von drei Sekunden. Die Aufgabe der Mütter bestand darin, die entsprechende Emotion zu erkennen und sofort auf einen Knopf zu drücken. Die Wissenschaftler maßen, wie schnell und genau die Frauen die verschiedenen Emotionen erfassten.

Ergebnis:

Häufiges und lang andauerndes Stillen erzeugt bei den Müttern eine größere Sensibilität gegenüber fröhlichen Gesichtern und reduzierte die Sensibilität gegenüber negativen Emotionen wie Ärger. Die Wissenschaftler vermuten, dass hier das Hormon Oxytocin eine besondere Rolle spielt. In vorherigen Studien konnten ähnliche Wirkungen wie beispielsweise Stressreduktion festgestellt werden.-IMK-

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften: Originalarbeit:K. Krol, S. Kamboj, V. Curran, T. Grossmann: Breastfeeding experience differentially impacts recognition of happiness and anger in mothers. Nature Scientific Reports, 12.11.2014, DOI:10.1038/srep07006

Foto: Petr-Kratochvil

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