Weltmännertag: Mehr als jeder fünfte Mann lebte 2020 allein

Weltmännertag

Am heutigen Weltmännertag steht neben der Gesundheit von Männern auch ihre Lebenssituation im Fokus. Im Jahr 2020 lebten hierzulande rund 7,8 Millionen Männer ab 15 Jahren allein. Das waren 22,4 % aller Männer, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

Am höchsten war der Anteil der alleinlebenden Männer mit mehr als einem Drittel (34,7 %) in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen. Oft handelt es sich in dieser Lebensphase um Studenten oder junge Berufstätige. Bei den 60- bis unter 65-jährigen Männern lag der Anteil der Alleinlebenden hingegen nur bei 20,4 %. Alleinlebende werden dadurch definiert, dass sie – unabhängig von ihrem Familienstand – in einem Einpersonenhaushalt leben.

Bei den Frauen ab 15 Jahren insgesamt war der Anteil der Alleinlebenden im Jahr 2020 mit 24,2 % etwas höher als bei Männern. Die Geschlechter unterscheiden sich jedoch vor allem in den verschiedenen Altersgruppen. Besonders groß ist der Unterschied in der Altersgruppe 65 Plus: Hier war der Anteil der Alleinlebenden bei Frauen mit 44,6 % mehr als doppelt so hoch wie bei Männern (20,7 %).

Insgesamt lebten in Deutschland im vergangenen Jahr 34,8 Millionen Männer ab 15 Jahren. Fast zwei Drittel (61 %) von ihnen lebten in einer Partnerschaft oder waren verheiratet.

Schnurrbart-Aktion im November

Männer müssen mehr für ihre Gesundheit tun. Wenn im November hierzulande zunehmend Männer mit Schnurrbart gesichtet werden, hat das seinen Grund: Die Bartträger unterstützen damit die weltweite Initiative Movember, die Männer stärker für die eigene Gesundheit sensibilisieren und zu mehr Vorsorge ermutigen will.

Der Begriff Movember ist eine Kombination aus Moustache (engl.: Schnurrbart) und dem Monatsnamen. Das haarige Statement soll Neugier wecken und dazu anregen, über Gesundheit von Männern zu sprechen. Die 2003 in Australien gegründete Initiative sammelt Spenden, um die Forschung zur Männergesundheit voranzubringen. Im Fokus stehen psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen sowie Hoden- und Prostatakrebs. Die AOK beteiligt sich wieder an der Kampagne und zwar unter #aokmovember mit dem Motto: „Männer, wir müssen über Gesundheit reden.“

Männer gehen seltener zur Krebsfrüherkennung

Prostatakrebs ist in Deutschland mit rund 26 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Männern: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken jedes Jahr rund 63.400 Männer neu daran. Doch je früher der Krebs erkannt wird, desto eher ist er heilbar. Männer können ab 45 Jahren im Rahmen der Früherkennung der gesetzlichen Krankenkassen einmal pro Jahr untersuchen lassen. Sie nehmen jedoch deutlich seltener an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teil als Frauen: Zwar kennen zwei Drittel – laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – die Vorsorge-Angebote der Krankenkassen, aber nur 40 Prozent nehmen sie auch regelmäßig in Anspruch, bei Frauen sind es rund 67 Prozent.

Gute Heilungschancen durch Früherkennung

An einem bösartigen Hodentumor erkranken pro Jahr rund 4.000 Männer bundesweit – vor allem in der Altersstufe von 25 bis 45 Jahren, so das ONKO-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.. Wird der Krebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr groß: 96 Prozent der erkrankten Männer werden wieder gesund – bekanntes Beispiel ist der Radprofi Lance Armstrong.

Da es keine Früherkennungsuntersuchung für junge Männer gibt, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. allen Jungen und Männern zwischen 14 und 45 Jahren, regelmäßig selbst die Hoden zu untersuchen und gibt Tipps, wie man(n) das macht.

Ältere Männer besonders suizidgefährdet

Unterschätzt wird oft auch das Krankheitsbild der Depression: Dabei ist etwa jeder achte Mann in Deutschland einmal im Leben davon betroffen, so die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. „Das reicht von leichten, saisonal auftretenden Depressionen bis hin zu schweren Erkrankungen, die bis zum Suizid führen können“, erklärt Mediziner Ebel. Hierzulande sterben rund 9.000 Menschen pro Jahr durch Suizid. Zwei von drei Suiziden werden von Männern verübt, vor allem ältere Männer sind gefährdet. Bei leichten depressiven Verstimmungen oder als Vorbeugung einer Depression bietet die AOK mit dem Onlineprogrammen „Familiencoach Depression“ oder „moodgym“ Unterstützung.

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