Weniger Kalorien, mehr Leben?

Stimmt diese Formel? Schon Hippokrates, selbst steinalt geworden (um 460 v. Chr. auf Kos; † um 370 v. Chr. ), wusste, dass dicke Griechen eher starben, als dünne. Der Venezianer Comaro (1467–1565) meinte, dass er sein langes Leben seiner Ernährungsweise verdankte, nur so viel zu essen, wie nötig ist, sei richtig und gesund. Doch können diese Erfahrungen auf unsere heutige Zeit übertragen werden?

Weniger Kalorien – besser altern

Eine neue Überblicksstudie unterstützt diese These, Kalorienreduzierung kann die Lebensspanne vieler verschiedener Spezies verlängern. Wer wenig isst oder fastet, stellt dem Körper weniger Glukose zur Energieumwandlung zur Verfügung. Stattdessen verbrennt der Körper vorhandene Fettzellen. Bei diesem Vorgang entstehen Ketonkörper. Letztlich führt Kalorienreduktion wegen des erhöhten Ketonkörpergehalts im Blut zur längeren Lebensspanne, vermuten die Wissenschaftler.
Altern ruft eine Reihe von Veränderungen hervor, die Haare werden grau und dünner, Haut und Muskeln schlaff. Erkrankungen entstehen durch Zunahme von Glukose und Insulin im Blut, verursacht durch Insulinresistenz. Es konnte gezeigt werden, das die altersbedingte Muskelschwäche durch die Verstoffwechslung von Ketonkörper sich verringert, ein normales metabolisches Produkt der Leber während längerer Fastenperioden oder Kalorienreduktion.*

Körper ohne Nahrung

Da passiert eine ganze Menge in den Organen. Es beginnt bei der Leber, der Kommandozentrale des Stoffwechsels. Von dort wirkt sich das Fasten auf die anderen Organe aus. Zeitlich begrenzte Nahrungsreduzierung erhöht die Insulinsensibilität, der Gehalt an Glukose im Blut wird geringer. Auch das Immunsystem reagiert positiv auf periodisches Fasten. Alterserscheinungen, die sich bei den T-Zellen zeigen, werden durch Kalorienreduzierung durch Neuprogrammierung der Immunzellen gelindert, blutbildende Zellen werden aktiviert, um T-Zellen, Lymphozyten und weiße Blutkörperchen zu ersetzen.

Auch das Herz scheint davon zu profitieren, den Triglyceride werden mobilisiert, der Lipidgehalt im Blut tendiert nach unten. Selbst Blutdruck- und Cholesterinsenkungen konnten im Tiermodell beobachtet werden.
Das Gehirn von Ratten freute sich, weil seine Gedächtnisfunktion besser und lernen leichter wurde. Einige Neuronen konnten im Mausmodell nach einem Schlaganfall wiederhergestellt werden.
Gute Nachrichten auch im Bereich Krebserkrankungen. Intermittierendes Fasten zeigte vielversprechende Ansätze durch Verlangsamung des Fortschreitens bei Brustkrebserkrankungen und Hautkrebs. Gesunde Zellen werden bei einer Chemotherapie besser geschützt.

Kalorienreduktion – viele Möglichkeiten zur Auswahl

  • 5:2 Diät: 5 Tage die Woche normal ernähren, etwa Montag, Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag – an den anderen zwei Tagen nur 500 Kalorien täglich.
  • Periodisches Fasten: Dieses Fasten bedeutet in einem Zeitraum von fünf Tagen etwa einmal im Monat oder einmal im Jahr nur eine spezielle Fastendiät, die niedrig an Proteinen, Kohlehydraten und Kalorien ist, zu essen.
  • Zeitlich eingeschränktes Fasten: Kalorien werden nicht eingeschränkt, aber man isst in einem begrenzten Zeitfenster: 8, 10, oder 12 Stunden pro Tag .
  • Tägliche Kalorienreduktion: Man beschränkt sich generell auf eine notwendige Kalorienzahl, je nach Allter, Größe und Geschlecht von (1743 bis 2100 kcal pro Tag). Alle diese Formen sollten nur eingehalten werden, wenn zuvor eine ärztliche Untersuchung durchgeführt wurde. Ernährungsberater stellen eine geeignete Diät zusammen, die individuell passend ist.

Untergewicht oder Übergewicht ist der Gesundheit abträglich, und ein gesundes Gewicht liegt zwischen BMI 18,5 und 25. Spät am Abend noch Mahlzeiten zu sich zu nehmen, kann den BMI in die Höhe treiben. Neue wissenschaftliche Untersuchungen legen das nahe. Denn Insulin- und Cholesterinlevel steigen an und Übergewicht kann dann leicht die Folge sein. Quelle: Perelman School of Medicine at the University of Pennsylvania. -IMK-

*Quelle: 1. Richard L. Veech, Patrick C. Bradshaw, Kieran Clarke, William Curtis, Robert Pawlosky, M. Todd King. Ketone bodies mimic the life span extending properties of caloric restriction. IUBMB Life, 2017; 69 (5): 305 DOI: 10.1002/iub.1627

 

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