Wer auf dem Land aufgewachsen ist, leidet seltener an entzündlicher Darmerkrankung

Die Vorzüge des Landlebens liegen laut einer Studie in der frühen Kindheit. Die Daten von 10.000 Probanden waren die Grundlage für die Analyse, die Wissenschaftler der Universität Aarhus durchführten. Bisher galt die sogenannte „Hygiene-Hypothese“ für allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Dermatitis.

Hygiene-Hypothese

Sie besagt, dass der Kontakt mit vielfältigen Mikroorganismen, die auf einem Bauernhof zu finden sind, das Immunsystem stärkt und für allergische Reaktionen unempfindlicher macht. Die dänischen Wissenschaftler haben dieses Konzept nun auch auf die Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ausgeweitet, die  zu den entzündlichen Erkrankungen gezählt werden. Diese haben in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen.

Größere Unterschiede in den letzten 60 Jahren

Die Auswertung ergab, dass Personen, die die ersten fünf Lebensjahre auf einem Bauernhof mit Viehwirtschaft verbracht hatten, im späteren Leben nur etwa halb so häufig eine entzündliche Darmerkrankung entwickelten. Die schützende Wirkung zeigte sich insbesondere bei Kindern, die nach 1952 geboren wurden. Bei den ältesten Teilnehmern der Studie gab es keine Unterschiede. Dies verleitet zu der Annahme, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zunahme entzündlicher Darmerkrankungen und der Umwelt gibt.

„Wir wissen, dass das Immunsystem in den ersten Jahren unseres Lebens vollständig entwickelt wird und Umwelteinflüsse einen wesentlichen Beitrag an dieser Entwicklung haben. Der Ort, wo jemand aufwächst, hat deshalb sehr wahrscheinlich Einfluß auf das Risiko, eine entzündliche Darmerkrankung im Laufe des Lebens zu entwickeln“, so die Wissenschaftler. Auf dem Land existiert eine größere Vielfalt an Mikroorganismen, die der Entwicklung des Immunsystems förderlich sind.

Mehr als 50.000 Dänen leiden an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Diese Erkrankung betrifft junge Menschen immer häufiger, die dann ihr Leben lang damit umgehen müssen. In den letzten 40-50 Jahren haben die Neuerkrankungen insbesondere in Nordeuropa dramatisch zugenommen, ebenso in Kanada und den USA. Hingegen sind sie selten in Entwicklungsländern.

Die Studie basiert auf einer Fragebogenuntersuchung mit 10.864 Menschen aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Island und Estland, die im Zeitraum zwischen 1945–1971 geboren wurden. –IMK-

http://www.au.dk/en/#news-2544

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