Wie der Winter unsere Gesundheit herausfordert

Ja, es gibt auch einige gute Seiten des Winters. Die kalten Temperaturen sind wie ein riesiger öffentlicher Gesundheitsdienst, denn sie töten kleine, schädliche Insekten und Mikroorganismen. Ein natürlicher Vorgang, der möglicherweise durch den Klimawandel gestört werden wird. Kaltes Wetter hält uns schlank, da es unseren Stoffwechsel anregt, vorausgesetzt wir sitzen nicht nur auf der Couch und essen Unmengen an Süssigkeiten.

Doch nun zur negativen Seite dieser Jahreszeit: Zahlreiche Studien belegen, dass die Todesrate im Winter ansteigt. Einmal durch Herzerkrankungen, aber auch durch Schlaganfälle und Herzinfarkt. Und natürlich ist die Grippe ein Ereignis, das der Winter veranstaltet.

Winterdunkelheit – nur wenige lieben sie wirklich. Die meisten leiden eher darunter und nicht wenige erwischt die Winterdepression. Zuwenig Licht durch die kurzen Wintertage lässt einen Mangel an Vitamin D entstehen – in Kombination mit der Kälte kein angenehmes Doppel.

Wenn es nicht zu kalt ist, kann sich der menschliche Organismus ganz gut auf die Temperaturen einstellen. Treffen wir auf kaltes Wasser oder Luft, so zieht sich das filigrane Netzwerk der Blutgefäße zusammen und das Blut kann so schnell die inneren Organe lebensnotwendig versorgen.
Doch wir zahlen einen Preis für diese Neuverteilung: Verminderter Blutfluss in den Fingern, Zehen und anderen äußeren Teilen des Körpers (Nase, Ohren) macht diese nun verletzlicher für Frost. Flüssigkeit friert bei Tiefsttemperaturen im und um das Gewebe rasch.

Schüttelfrost ist übrigens eine Schutzreaktion des Körpers gegen fallende Körpertemperaturen. Die schnellen, rhythmischen Muskelkontraktionen versorgen mit Wärme und helfen dem restlichen Körper, warm zu bleiben. Ähnlich wirken schnelle Bewegungen der Arme nach rechts und links und Stampfen mit den Füßen.

Die meisten von uns verbringen den Winter im Warmen zuhause und meiden die Kälte, aber ein wenig Zeit daußen zu verbringen, ist keine schlechte Sache. Die Kälte trainiert die Blutgefäße der Haut. Ein zusätzlicher Effekt sind rote Wangen ohne Rouge.

Bei Neugeborenen reguliert das „braune Fett“ die Körpertemperatur. Das braune Fett verschwindet zumeist mit dem Alter, aber Positronen-Emissions-Tomographie-Untersuchungen konnten zeigen, dass Erwachsene noch Reste des „braunen Fettes“ behalten.
Menschen, die im Freien arbeiten, haben davon mehr als jene, die sich meistens drinnen aufhalten. Niederländische Wissenschaftler berichteten im “New England Journal of Medicine”, dass Temperaturen um die 16 ° bei 23 von 24 Testteilnehmern das braune Fett aktivieren. http://de.wikipedia.org/wiki/Braunes_Fett

Niemand will vermutlich kaltes Wetter als Diätplan nutzen. Doch wenn wir uns durch diesen Winter gezittert haben, brauchen wir ein paar Trostpflästerchen. Bestimmt haben wir durch die Kälte wenigstens einige dieser braunen Fettzellen angezündet und Kalorien verbrannt.

Kalte Temperaturen kennt man auch in der Medizin als Therapeutikum.
Wie wir alle wissen: Beulen, Bänderdehnungen, Verstauchtes, Verdrehtes oder Geprelltes wird besser, wenn Eispackungen aufgelegt werden. Doch im Gegensatz zur lokalen Kältebehandlung per Eispackung, kann die Ganzkörperkältetherapie nicht nur auf das Gewebe wirken, vielmehr laufen dann eine Reihe von biochemischen und hormonellen Prozessen ab. Bluttests konnten zeigen, dass wenige Minuten nach einer Kältetherapie der Ausstoss des Neurotransmitters Norepinephrin um das Zwei- bis Dreifache steigt. Neurotransmitter wirken auf das Nervensystem und spielen auch eine Rolle bei der Schmerzempfindung. Viele Patienten können darum die therapeutische Kältekammer schmerzfrei verlassen.

Das Einsatzgebiet der Kryotherapie reicht von der Behandlung chronisch entzündlicher Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, über Autoimmunerkrankungen, Lungenerkrankungen und Tinnitus bis hin zur Schuppenflechte. Positive Auswirkungen kennt man auch bei chronischen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, sowie bei depressiven Verstimmungen. Die Vitalkapazität steigt, die Verkrampfung der Bronchien nimmt ab, die Sauerstoffsättigung des Blutes wird erhöht und der Kohlendioxidgehalt sinkt.

Die Idee kam aus Japan
In experimentellen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Kältebehandlung in Blutdruck, Stoffwechsel und nervliche Steuerung eingreift. Schon in den 1970er Jahren befasste sich der japanische Arzt Dr. Toschima Yamauchi mit Patienten, die an entzündlich rheumatischen Erkrankungen litten und auf eine medikamentöse Therapie nicht ansprachen. Durch Kältetherapie gelang es ihm, den vorher immobilen Patienten zu helfen. Ihr Entzündungszustand konnte wesentlich verbessert, ihre Beweglichkeit deutlich erhöht werden.
Für manche Menschen ist das medizinische Frieren aber verboten: bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und bei Diabetes im fortgeschrittenen Stadium.

Und nun zum Schluss noch einige Tipps, die helfen, Hautschäden im Winter vorzubeugen

haut_grNicht nur bei Schnee und Eis werden die Lippen spröde und rissig. Schon bei kaltem Wetter sollten Männer und Frauen Lippenpflegestifte nutzen.

Der Wechsel zwischen eisigen Winden und trockener Heizungsluft können die Haut im Winter leicht überfordern. Der natürliche Feuchtigkeitsfilm, der vor Bakterien und anderen Krankheitseinflüssen schützen soll, wird stark beansprucht.
Besonders die Lippen werden bei kaltem Wetter häufig spröde und rissig, da sie nicht über Talg- und Schweißdrüsen verfügen. Lippenpflegestifte gleichen den entstandenen Feuchtigkeitsverlust aus und pflegen. Da macht der Winter keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Also auch Männer sollten dieser Tage zum Pflegestift greifen.

Hände besitzen ebenfalls nur wenige Talgdrüsen und trocknen schnell aus, darüberhinaus sind sie zumeist ungeschützt vielen Herausforderungen ausgesetzt. Es empfiehlt sich deshalb, am Waschbecken immer eine Tube Handcreme stehen zu haben, um die Hände nach dem Waschen einzucremen.

Alternative zu Vollbädern
Kalt-warme Wechselduschen oder Saunagänge fördern die Durchblutung der Haut. Anstelle von Badeschaum können Ölbäder auf mineralischer oder pflanzlicher Basis verwendet werden. Diese versorgen die Haut mit Pflegestoffen und wirken gleichzeitig rückfettend. Zusätzlich sollte die Haut mehrmals wöchentlich eingecremt werden. Viele Hersteller bieten hierfür Hautpflegecremes an, die einen erhöhten Fettanteil besitzen und somit eine reizlindernde und beruhigende Wirkung haben.

Hautpflege von innen
Besonders wichtig im Winter ist eine gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie viel Flüssigkeit. Kräutertees oder Mineralwasser füllen den Feuchtigkeitsspeicher der Haut wieder auf. Frisches Obst und Gemüse sind darüber hinaus besonders gute Energielieferanten. Sie bringen das Immunsystem in Schwung und wirken sich positiv auf die Haut aus. Den Konsum von Alkohol oder Kaffee sollte man hingegen eher einschränken. –IMK-

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