Wie Fuß- und Radverkehr Stau vermindern

Hört man, dass neue Radfahrwege eingeplant werden sollen oder Fußgängerampeln eine längere Phase bekommen, denken Autofahrer gleich mit Schrecken daran, dass dies für sie mehr Staus auf den Straßen bedeutet. Aber was passiert wirklich, wenn man eine Autospur durch eine Fahrspur für Fahrradfahrende ersetzt? Oder Fußgängerinnen und Fußgängern mehr Zeit gibt, eine vielbefahrene Straße zu überqueren? Das Projekt CIVITAS-FLOW veröffentlichte 15 Kurzinfos über Projekte in Städten, die die Auswirkungen dieser Maßnahmen zur Förderung von Fuß- und Radverkehr auf das Stauaufkommen gemessen haben. Dazu hat es Kurzinfos zusammen gestellt, die Belege für Städte liefern, wie Maßnahmen zur Förderung von Fuß- und Radverkehr nicht nur die Rahmenbedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Fahrradfahrende verbessern, sondern auch noch das Stauaufkommen reduzieren.

Das Horizon 2020 Projekt FLOW führte hierzu eine Umfrage durch, laut der beinahe die Hälfte aller politischen und administrativen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sich Gedanken über die Konsequenzen für die Staubildung machen, wenn sie den Fuß- und Radverkehr fördern. Die Anzahl der Belege steigt jedoch, die zeigen, dass solche Maßnahmen eher helfen, das städtische Stauaufkommen zu vermindern. Die FLOW-Kurzinfos zeigen überraschende Ergebnisse im Bereich Transporteffizienz, die durch Förderung von Fuß- und Radverkehr erreicht wurden. Die Kurzinfos stehen zum freien Download auf Englisch, Bulgarisch, Gälisch, Deutsch, Ungarisch, Polnisch und Portugiesisch zur Verfügung. Quelle: wupperinst.org

Doch solange diese Planungen nicht nicht in die Realität umgesetzt sind, müssen Autofahrer mit Staus leben. Vielen hilft das  Smartphone und Tablet schlau am Stau vorbeizukommen: Fast jeder zweite Autofahrer (45 Prozent) informiert sich mobil online über aktuelle Staumeldungen. Um den verstopften Straßen zur Urlaubszeit am besten zu entgehen, checkt fast jeder Fünfte (19 Prozent) bereits vor Antritt der Fahrt mit Smartphone und Tablet, was ihn im Verkehr erwartet. Jeder dritte Autofahrer (36 Prozent) behält unterwegs mit Smartphone oder Tablet das Verkehrsaufkommen im Blick. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

„Wer Staus umgehen will, lässt über mobiles Internet und Dienste wie zum Beispiel Google Maps oder Apple Maps die beste Route berechnen. Vor allem für junge Leute ist es heute selbstverständlich, ihr Smartphone oder Tablet als Navigationsgerät und Staumelder zu benutzen“, sagt Bitkom-Mobility-Experte Mario Sela. „Die Live-Dienste arbeiten mit Echtzeitinformationen, sodass stets minutenaktuell angezeigt wird, ob sich ein Stau bereits wieder aufgelöst hat oder möglicherweise noch länger geworden ist.“

Besonders bei den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren sind digitale Verkehrsinformationen beliebt. Zwei Drittel (64 Prozent) lässt sich mobil vor Staus warnen. Vor Reiseantritt machen das 28 Prozent. Jeder Zweite (55 Prozent) nutzt sein Mobilgerät unterwegs als Reiseassistenten, der die aktuelle Verkehrssituation verlässlich und stets aktuell aus dem Netz zieht. Bei den 30- bis 49 Jährigen liegt der Wert derjenigen, die sich vorab oder unterwegs über Staumeldungen informieren, bei 53 Prozent.

Erste Anlaufstelle für Verkehrsnachrichten bleibt für 91 Prozent der Befragten weiterhin das Radio. Zwei Drittel (66 Prozent) benutzen ein herkömmliches Navigationsgerät, das Staumeldungen entweder über das Radio-Signal oder eine Internetverbindung synchronisiert. Nur 1 Prozent gibt an, sich gar nicht über das Staugeschehen auf den Straßen zu informieren.

 

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